RudelHerz
    Coaching und Training für Menschen mit Hund

BLOG: Die RudelHerz-Prinzipien

1. Kontakt

Verbinde dich mit deinem Hund.
Das soll heißen, lass‘ dich ein auf dein Gegenüber. Lass dich ein auf seinen Charakter und all das, was zu deinem Hund gehört. Spüre, was euch beide verbindet. Was kommt dir sofort in den Sinn, wenn du an deinen Hund denkst? Ich bin mir ganz sicher, dass du zu deinem Hund eine tiefe Verbindung hast. Das geht ja gar nicht anders. Sonst wäre dein Hund wohl nicht in dein Leben getreten. Vielleicht ist es sein äußeres Erscheinungsbild. So einen Hund wolltest du schon immer haben! Vielleicht auch sein Charakter, seine Willensstärke oder Freundlichkeit, die er in die Welt bringt.

Was ist es, was dich mit deinem Hund verbindet?
Auch die Leine verbindet dich mit deinem Hund. Es ist eine Verbindung, die sichtbar ist und zeigt, was ist. Eine Momentaufnahme eurer Beziehung. Veränderlich. Differenziert. Kontextbezogen. Was für ein Bild steigt in dir auf, wenn du daran denkst, mit deinem Hund an der Leine spazieren zu gehen? Welche Gefühle kommen hoch und wie wirkt dein Hund auf dich? In was für einer Verbindung steht ihr zueinander? Eher lange Leine und möglichst viel Freiheit oder ganz nah beieinander?
Kontakt heißt auch, einander zuzuhören. Ein Gespräch, einen Dialog zu führen. Du fragst dich jetzt vielleicht, wie denn so ein Gespräch aussehen soll? Hat doch dein Hund nur andere Hunde im Sinn oder zieht dich von Schnüffelfleck zu Schnüffelfleck. In der Hundeschule hast du gelernt, wie du deinen Hund aufmerksam machen kannst. Du hast gelernt, ihn abzulenken, ihn umzulenken. Solange du ein Leckerli oder einen Ball in der Hand hast, läuft auch meistens alles wie geschmiert. Aber stelle dir in solchen Momenten ganz ehrlich die Frage: Wer bist du für deinen Hund? Und was ist mit euren Kontakt? Was macht es mit der Verbindung zwischen dir und deinem Hund? Spüre mal hinein.
Es gibt immer Gründe, warum etwas nicht klappt. Doch wie wäre es, wenn du statt Ablenkung dich selbst mehr ins Spiel bringst? Sei präsent und lass dich auf das Gespräch ein, was dein Hund dir anbietet. Trete nicht zurück oder zur Seite. Du bist für deinen Hund die wichtigste Person in seinem Leben. Natürlich darf dein Hund auch einen Schnüffelfleck interessant finden, das gehört zum Hund-Sein dazu. Er darf auch Artgenossen oder Katzen interessant finden. Das ist seine Natur.

Versuche nicht gegen seine Natur anzukämpfen. Sondern suche nach Wegen, wie du und auch dein Hund entspannt und vertrauensvoll durch den Alltag gehen könnt. Zeige deinem Hund, dass er sich an dir orientieren und sich auf dich verlassen kann. Mit dir an seiner Seite fühlt er sich sicher und beschützt. Klingt das zu traumhaft und viel zu weit weg von deiner Realität? Selbst, wenn es in eurer Beziehung noch einige Knoten gibt, also Missverständnisse wie Wut, Frustration, Angst oder Verzweiflung, dann ist es doch der erste wichtige Schritt, das überhaupt zu erkennen! Wenn du etwas verbessern oder ändern möchtest, dann verbessere oder ändere es. Du gehst den ersten Schritt – und dein Hund wird dir folgen.


Ich lade dich ein zu einem Experiment: Eine Woche ohne. Eine Woche ohne Futterbelohnung. Eine Woche ohne Hundespielsachen. Eine Woche ohne Kommandos, wie Sitz, Platz, Fuß. Eine Woche ohne bestimmte Erwartungen. Nur du und dein Hund. Im friedlich-freundlichen Kontakt. Wenn sich das komisch anfühlt für dich, verkürze die Zeitdauer aber trau dich. Hab den Mut, es auszuprobieren. Sei neugierig wie ein Kind und schau, was dieses „ohne“ mit euch macht. Was soll schon passieren? Außer, das sich zeigt, was ist. Ganz ohne Zutun. Ohne Glitzer. Mit der Option auf eine spannende Reise … zu dir selbst.


Sei auch in gutem Kontakt mit dir.
Und da sind wir beim nächsten Punkt angekommen. Es geht nicht nur um deinen Hund. Es geht vor allem um dich. Wir Menschen sind oft so beschäftigt mit äußeren Dingen, dass wir meistens gar nicht merken, wie weit wir eigentlich von uns selbst weg sind. Dein Hund spürt es aber und kann dir hierbei ein guter Spiegel sein. Bist du verzettelt und mit tausend Sachen beschäftigt, ist es dein Hund auch. Das wiederum ärgert dich vielleicht. Und schon seid ihr mittendrin – in der Negativschleife. 

In gutem Kontakt mit sich selbst sein, bedeutet auch, gut für sich zu sorgen. Es sich erlauben, an sich selbst zu denken, sich zu stärken - auf verschiedenen Ebenen - und der inneren Stimme zu vertrauen. Dein Hund soll sich schließlich an dir orientieren. Wie soll er das, wenn du nicht bei dir bist? Wenn du dich nur um andere kümmerst und nicht um dich selbst. Wenn du dich vor lauter Aufgaben vergisst? Wenn du nicht (mehr) weißt, wo deine Grenzen sind? 


Tue dir gut und sorge gut für dich und du wirst erstaunt sein, was das mit der Beziehung zu deinem Hund macht. Du brauchst dich vor einem Hund nicht künstlich aufblasen oder dich zum „Affen machen“. Du brauchst nicht vor deinem Hund herumtanzen, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Das ist absolut nicht nötig.
Sei einfach du. Ganz ehrlich, ganz authentisch. Mit allem, was dich ausmacht. Verbinde dich mit dir selbst.


Genieße den Moment und habt zusammen eine tolle Zeit.
Hier könnte man eigentlich einen Punkt setzen. Eigentlich. Doch aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man manchmal mit seinem Hund feststeckt und gar nichts genießen kann. Es ist purer Stress, vor die Tür zu gehen. An jeder Ecke könnte er explodieren. Die Angst ist da, ihn bei seinen Attacken nicht halten zu können. Die Scham ist immer mit im Boot, peinlich zu sein oder als unfähig von anderen abgestempelt zu werden. Es ist anstrengend. Nervenaufreibend. Und es bleibt so wenig Schönes übrig. Und dann klingt dieser Satz tatsächlich wie Hohn. Doch möchte ich Mut machen. Alles darf sich verändern.
Fakt ist, ein Hund hat nur eine begrenzte Zeit von vielleicht 10-15 Jahren. Diese Zeit ist für deinen Hund sehr intensiv. Du bist alles, was er hat. Schau daher nicht ständig nur auf das, was nicht läuft oder schwierig ist, sondern richte dein Augenmerk vielmehr auf das Positive. Auf das, was ihn ausmacht und was du an ihm toll findest und liebst. Genieße die Zeit mit deinem Hund. Selbst wenn es in deinen Augen nur kurze Momente sind, die für dich schön sind. Sie werden deinem Hund sehr viel bedeuten. Du bist sein Ein und Alles.

Tollt über eine Wiese und wälzt euch im Gras. Macht das, was euch Spaß macht, und es darf auch ruhig etwas Verrücktes oder Ungewöhnliches sein. Oder das gemeinsame Schwimmen im See. What ever! Diese gemeinsamen Erlebnisse werden euch sehr miteinander verbinden und eure Beziehung vertiefen. Eure gemeinsame Zeit ist so kostbar und wertvoll - und kann so schnell vorbei sein.

Genieße den Moment und habt zusammen eine verdammt gute Zeit! Das wünsche ich dir und deinem Hund! 



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